Terminkurven


Sie können sich nun jeden Tag die Terminkurven anschauen. Wir haben die Terminkurven für Sie verbessert und Sie können sich die einzelnen Märkte in einer Slideshow anschauen wenn Sie auf den jeweiligen Markt klicken. Es ist noch eine frühe Version und wir werden noch das ein oder andere verbessern. Wir hoffen, dass Ihnen die neue Ansicht gefällt. Wenn Sie Ideen haben was wir noch machen können, schreiben Sie uns gerne. Die alte Ansicht finden Sie immer noch wenn Sie weiter nach unten scrollen.

 



Terminkurve



Günstigster Kontrakt: Aufpreis pro Monat/Haltedauer



Backwardation und Contango

 

So können Sie frühzeitig mögliche Trends erkennen. Wenn Sie Futures handeln möchten, müssen Sie einige Besonderheiten berücksichtigen. Futures können Sie nicht, wie z.B. Aktien, einfach kaufen und so lange halten, wie Sie möchten. Ein Futurekontrakt ist über eine bestimmte Laufzeit begrenzt. Wenn Sie länger, als der jeweilige Future läuft, investiert bleiben möchten, müssen Sie den Kontrakt rollen. Dies bedeutet nur, dass Sie den aktuellen Kontrakt glattstellen und in einen länger laufenden wechseln müssen (rollen). Dabei treten zwei mögliche Fälle auf. Der länger laufende Kontrakt ist teurer als der aktuelle. Dies nennt man Contango und ist, wenn ich das so sagen kann, die "Normalsituation" bei Rohstoffen. Den zweiten Fall nennt man Backwardation. Die länger laufenden Kontrakte sind günstiger als der aktuelle Kontrakt.

 

Futures sind standardisierte, börsengehandelte Verträge über ein bestimmtes Volumen des jeweiligen Wertes, die zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft erfüllt werden müssen. Dabei wird zwischen physischer Lieferung, bei dem der Wert geliefert werden muss, und Cash Settlement, dem Barausgleich, wo keine Lieferung stattfindet, unterschieden. Wer den Kontrakt nicht rollt, bevor der Future ausläuft, riskiert die Ware physisch zu kaufen. Keine Angst, die meisten Broker informieren rechtzeitig über das Rollen in einen länger laufenden Future und unterstützen keine physische Lieferung, sodass der Broker kurz vor Fälligkeit alle Positionen automatisch schließt. Nur sollte Ihnen klar sein, dass zu diesem Zeitpunkt sehr wenig Volumen in diesem Kontrakt umgesetzt wird. Ihre Kursausführung könnte daher deutlich schlechter sein.

 

Bei Futures fallen keine Kosten an. Dennoch sollten Sie die folgenden zwei Situationen im Auge behalten, wenn Sie ein längerfristiges Investment tätigen möchten. Wir gehen hier explizit auf Rohstoffe ein, da Futures auf z.B. Indizes meist nur einen geringen, fast schon zu vernachlässigenden Preisunterschied zu den länger laufenden Kontrakten aufweisen. Dies kommt daher, da hier keine Lagerkosten anfallen. Rohstoffe müssen gelagert werden. Dies ist oft einer der Hauptgründe für teurere Preise in der Zukunft. Wenn Sie einen Rohstoff gekauft haben, sollten Sie sich die Terminkurve anschauen. Dort wird dargestellt, zu welchem Preis die jeweiligen Kontrakte gehandelt werden. Das ist für Sie sehr wichtig, da es bei einem Contango zu einem sogenannten Rollverlust kommt wenn Sie den jeweiligen Markt gekauft haben. Dazu gebe ich Ihnen ein Beispiel:

 

Kaffee Dezember 2016 liegt bei 1,4510

Kaffee März 2017 liegt bei 1,4800

Das ist ein Preisunterschied von 2,9 Cent.

Der Tickwert bei Kaffee beträgt 18,75$.

2,9 Cent entsprechen 58 Ticks.

 

Dies bedeutet, dass Sie einen Rollverlust von 1087,5$ haben, wenn Sie nur auf den nächstlaufenden Kontrakt rollen. Sie haben von den 2,9 Cent Preisanstieg keinen Gewinn, obwohl der Kurs in die von Ihnen prognostizierte Richtung läuft. Daher spielen nicht nur gegen Sie laufende Kurse, sondern auch die Zeit, gegen Sie.

 

Jetzt kann und wird es ab und zu passieren, dass sich diese Terminstruktur umkehrt. Länger laufende Kontrakte sind nun günstiger. Dies wird Backwardation genannt. Wenn Sie gekauft haben und Ihren Kontrakt rollen, haben Sie nun die Differenz als Rollgewinn. Wobei wir hier natürlich nicht von einem Gewinn in dem Sinne sprechen können, da Sie zu dem Zeitpunkt des Rollens noch nichts gewonnen haben. Wir sprechen aber von einem Rollgewinn. Wenn der Future, in den Sie gerollt haben, denselben Preis der vorherigen Futures erreicht, machen Sie einen Gewinn, ohne dass es zu einer Preisveränderung kam.

 

Wie kann es dazu kommen, wenn doch die Lagerkosten sich nicht nennenswert verändern?Eine Backwardation ist meist durch ein plötzlich auftretendes Angebotsdefizit begründet. Unternehmen, die mit dem jeweiligen Rohstoff handeln, brauchen diesen Rohstoff. Starbucks braucht Kaffee und ihnen ist, in dieser Situation, völlig egal, zu welchem Preis sie diesen bekommen, da sie sonst ihre Läden nicht weiter betreiben können. Andere Unternehmen oder Großlandwirtschaftsbetriebe müssen Verträge erfüllen und es drohen ihnen große Strafen, wenn sie dies nicht können. Sie müssen sich also z.B. bei Ernteausfällen die Differenz über die Terminmärkte beschaffen. Diese Situation führt dazu, dass die Kommerziellen (Unternehmen, die mit dem Rohstoff aktiv wirtschaften. Starbucks, Landwirte etc.) zu jedem Preis kaufen.

 

Das Gerede, Spekulanten treiben die Preise in die Höhe, stimmt definitiv nicht. Wenn ein Rohstoff knapp wird, ist es ganz logisch, dass der Preis steigt. Das ist Angebot und Nachfrage. Spekulanten haben damit nichts zu tun. Es ist sogar genau das Gegenteil der Fall. Nehmen wir einmal an, es wären nur die Kommerziellen am Markt aktiv. Dann wäre das Volumen so gering, dass wenige mit wenig Volumen den Markt extrem in die ein oder andere Richtung bewegen könnten. Wenn eine Backwardation auftritt und andere Faktoren, wie COT-Daten, Saisonalität, Open Interest und die Nachrichtenlage, ebenfalls interessant sind, dann sollten Sie sich diesen Rohstoff genauer anschauen. Wie wir dort vorgehen und handeln, können wir leider nicht öffentlich erzählen.

 

Wir stellen Ihnen die Terminkurven nun täglich zur Verfügung. So bekommen Sie einen guten Überblick und können selbst schauen und testen, was bei einer Backwardation passiert. Und noch wichtiger ist, wann es passiert. Die Information, dass etwas steigt, bringt Ihnen nichts, ohne den Zeitpunkt dafür zu kennen. Desweiteren müssen Sie auch kalkulieren, wie viel ein Rohstoff zwischenzeitlich gegen Sie laufen kann. Schauen Sie sich regelmäßig die Terminkurven der einzelnen Futures an. Sie geben Hinweise auf bald auftretende Trends. Bei Erdgas gab es zuletzt eine Backwardation, was sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit ist. Normalerweise haben die Winterkontrakte von Energierohstoffen einen deutlichen Aufschlag zu den Folgekontrakten. Daraufhin folgte ein starker Anstieg von mehr als 30%.