Wie verwendet man Stops?

 

Stops richtig zu setzen ist sehr wichtig für den Erfolg an der Börse. Es steigert den Gewinn deutlich und sorgt mitunter dafür, dass Sie lange am Markt bleiben. Was Sie für Fehler machen können und wie wir die Stopsetzung handhaben erfahren sie hier.

 

Machen Sie bitte nicht den allgemeinen Fehler Stops nach Gefühl und Wohlbefinden zu setzen. Den Markt interessiert es nicht, mit welchem Stop Sie sich wohlfühlen. Wir haben bisher noch kein profitables System entwickelt, das einen kleinen Stop hat. Wobei das hier natürlich auch Ansichtssache ist. Für den einen sind 30 Ticks viel, für den anderen ist das wenig. Es ist einfach wichtig zu verstehen, dass der Erwartungswert hoch genug sein muss, dass Sie abzüglich der Slippage und Ihrer Kosten noch Gewinn erzielen. Und wenn Sie sagen wir mal ein System haben, das einen Stop von 10 Ticks besitzt und ein Target ebenfalls von 10 Ticks. Wie wollen Sie da Gewinne realisieren? Selbst wenn das System gut ist, wird von dem Gewinn nichts übrig bleiben.

 

Setzen Sie Stops nicht danach, was Sie bereit sind zu riskieren. Es gibt Viele, die sich z.B. wohlfühlen, wenn sie maximal 500 Euro pro Trade riskieren. Dieser Gedanke ist zwar grundsätzlich nicht falsch, da Sie schon einmal Ihr Risiko begrenzen, aber wie oben schon erwähnt interessiert den Markt das nicht, was Sie möchten. Wir müssen uns an den Markt anpassen und nicht umgedreht. Wer das nicht versteht und respektiert, wird dort nicht lange überleben.

 

Was wäre denn, wenn Sie bei einem super System, dass mehr als 100 % Rendite im Jahr erwirtschaftet einen Stop von 1000 Euro pro gehandelten Kontrakt benötigen, weil der Markt einfach heftiger schwankt? Welchen Grund sollte es geben, dass wir dieses System nicht handeln?

 

Bitte ziehen Sie den Stop nicht nach. Wir haben uns intensiv damit beschäftigt und es führt bestenfalls dazu, dass wir keine Veränderung im Gewinn haben. Meistens verschlechtert es das System. Sie haben nur Aufwand, aber keinen Nutzen. Der Markt braucht einfach etwas Platz und den müssen Sie ihm auch geben. Viele haben Angst, wenn sie schon einmal stark im Gewinn sind, diesen wieder abzugeben. Aber dies gehört dazu. Es passiert nicht oft, aber es kommt auch vor. In dem folgenden Bild haben wir zwei Mal nachgekauft. Wir waren bereits stark im Gewinn und wurden, da wir den Stop nachgezogen haben, ausgestoppt. Wie Sie sehen, hätten wir mit dem Ursprungsstop einen schönen Gewinn realisiert. Die obere blaue Linie ist unser Einstieg Long. Die untere blaue Linie ist unser Stop, wenn wir ihn nicht nachziehen.

Wir werten alle Stops, die wir setzen statistisch aus. In dem unteren Bild sehen Sie sehr gut, wie sich der Erwartungswert verändert, je nachdem, welchen Stop wir verwenden.

Stop in Ticks
Erwartungswert nach Stopgröße

Jeder Punkt ist ein Stop in Ticks angegeben. Wir wählen beispielsweise einen Stop von 20 Ticks und testen das System. Wir haben einen Erwartungswert von ca. 80 $ pro Trade. Dies wiederholen wir mit einem 21 - 100 Ticks Stop und schauen uns an, wie sich der Erwartungswert verändert. Ein zu kleiner Stop führt zu einem schlechteren Ergebnis, als ein Stop um die 30 Ticks herum. Ein zu großer Stop verschlechtert das Ergebnis ebenfalls. Der optimale Stop liegt hier bei 32 Ticks. Wie wir den Stop auswählen, mit dem wir live handeln und welche Erfahrungen wir mit der Stopsetzung gemacht haben, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch.